Pressemitteilung Nr. 81 vom 03.11.2011
Gelenkverschleiß – was kann man tun?
Viele im vorgerückten Alter – heute manche auch schon eher – sind davon betroffen, dass ihnen ihre Gelenke Schmerzen bereiten oder sie unter zunehmenden Rückenbeschwerden leiden. Daher schätzte es die Kreis-Seniorenvertretung sehr, dass sich Dr. med. Karlheinz Müller, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Kreiskrankenhaus Burg, bereit erklärte, in einem Vortrag über Ursachen von Gelenkverschleiß Aufklärung zu geben und Behandlungsmöglichkeiten zu erläutern.
Mit dieser Veranstaltung im Kreiskrankenhaus wurde ein Brauch fortgesetzt, der seit einigen Jahren Ausdruck guter Beziehungen zwischen der Kreis-Seniorenvertretung und der Krankenhauleitung ist. Etwa 80 Personen waren der Einladung gefolgt und sie wurden nicht enttäuscht. Dr. Müller verstand es, auch für Laien verständlich auf Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten einzugehen, wenn die Gelenke „rosten“. Unterstützt wurden seine Ausführungen durch eine Computerpräsentation. Er verglich Schäden an technischen Geräten, die durch Rost entstehen, mit der Abnutzung der Gelenke beim Menschen. Es sei wichtig, die Ursachen dafür zu kennen, denn in jungen Jahren könne manches zur Vorbeugung getan werden. Durch die höhere Lebenserwartung und die verstärkten Aktivitäten im Alter würden die Betroffenen immer anspruchsvoller und die Erwartungen zur Linderung der Beschwerden durch den Arzt immer größer. Beachtlich ist, dass statistisch gesehen nahezu 40 % aller Arztbesuche von Patienten mit Gelenk- und Rückenschmerzen sowie Arthrose zu tun haben. Häufig kann anfangs durch eine Verbindung vom Schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten geholfen bzw. Linderung erzielt werden.
Ausführlich ging Dr. Müller auf Arthrose ein, die eine degenerative Gelenkerkrankung ist. Er erklärte deren Ursachen und die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten. Viel kann durch eine entsprechende Ernährung zur Vorbeugung und Besserung beigetragen werden, so zum Beispiel durch Nahrungsmittel, die Omega-3-Fettsäueren enthalten sowie durch zusätzliche Gaben von Vitamin D. Sie unterstützen den Knochen und Knorpelstoffwechsel. Nützlich ist ebenso die bewusste Einwirkung von Tages- oder Sonnenlicht auf den Körper. Reichen Medikamente und Krankengymnastik zur Schmerzlinderung nicht mehr aus, stehen vielfältige operative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Diese reichen von der Gelenkspiegelung bis zur Gelenkprothese.
So werden in Deutschland jährlich mehr als 200 000 Hüftprothesen eingesetzt. Die Orthopäden und Unfallchirurgen des Kreiskrankenhauses Burg implantieren pro Jahr 100 etwa Hüftgelenkendoprothesen und führen ca. 350 Gelenkspiegelungen durch.
Weiterhin ging Dr. Müller auf Ursachen und Behandlung von Osteoporose, Rheumatismus und Gicht ein. Umfassend deckte er in seinen Ausführungen den ganzen Bereich der häufigsten Gelenkkrankheiten ab. So sind weit mehr Frauen als Männer von der Osteoporose betroffen, ohne dafür die genauen Ursachen zu kennen.
Abschließend betonte Dr. Müller nochmals, dass jeder Mensch viel tun könne, um einem vorzeitigen Verschleiß der Gelenke vorzubeugen. Dazu gehöre vor allem Bewegung verbunden mit einer Reduzierung des Körpergewichts, wodurch die Gelenke entlastet werden. Daneben fördert auch eine gesunde Ernährung das Wohlbefinden. Zu bedenken ist des Weiteren, dass bei starken Gelenkschmerzen Genussmittel wie Nikotin und Alkohol eher verstärkend wirken.
Reicher Beifall und Blumen belohnten die so praktischen und für alle verständlichen Ausführungen von Dr. Müller. Anschließend stellte er sich bereitwillig noch geraume Zeit den spezifischen Fragen von Hörern. Eine wahrhaft informative und hilfreiche Veranstaltung. Die Kreis-Seniorenvertretung hofft auf die Fortsetzung dieser guten Tradition und wünscht sich für die Zukunft weitere so informative und allgemein verständliche Arztvorträge für Senioren im Kreiskrankenhaus Burg.
Dr. Manfred Böttcher, Pressesprecher der Kreis-Seniorenvertretung