Pressemitteilung Nr. 3 vom 11.01.2012
Aktiv gegen Gelenkverschleiß
Am 9. Januar 2012 hatte die Burger Gruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. zu einem Informationsnachmittag über Probleme rund um den Gelenkverschleiß in das Kommunikationszentrum der Katholischen Gemeinde Burg eingeladen. Dr. med. Karlheinz Müller, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie des Kreiskrankenhauses Burg, präsentierte dazu den etwa 40 interessierten Besucherinnen und Besuchern einen ebenso interessanten wie kurzweiligen Vortrag. Probleme mit den Gelenken und dem Rücken gehören mit fast 40% in Deutschland gleich nach den Erkältungskrankheiten zu den häufigsten Ursachen für einen Arztbesuch. Von den etwa 82 Millionen Deutschen haben immerhin rund 35 Millionen eine radiologisch nachgewiesene Arthrose. Etwa 5 bis 15 Millionen Menschen sind laut Statistik bereits manifest an Arthrose erkrankt. Gelenkverschleiß hat, so Dr. Müller, vielfältige Ursachen. In den meisten Fällen führen mangelnde Bewegung oder Fehlbelastungen sowie falsche Ernährungsgewohnheiten dazu, dass der Knorpel in den Gelenken geschädigt wird und so der Teufelskreis von immer stärkeren Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in Gang gesetzt wird. Durch eine entsprechende frühzeitige Umstellung des Lebensstils könne jeder Mensch aktiv der Entstehung von Arthrose, aber auch von Rückenproblemen, Muskelabbau und Knochenschwund vorbeugen oder diese zumindest verzögern. Doch auch selbst dann, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist, kann durch Gewichtsreduktion, Krankengymnastik und Ernährungsumstellung eine Minderung der Beschwerden erreicht werden. Darüber hinaus hält die moderne Medizin vielfältige Möglichkeiten zur Behandlung von Erkrankungen der Gelenke und des Rückens bereit.
Ein wichtiger Therapiebaustein sei dabei die Schmerzreduktion. Durch geeignete Schmerzmittel könne heute der Leidensdruck der Patienten deutlich vermindert werden. Dadurch erweitern sich auch die Spielräume für die Anwendung von Krankengymnastik und physikalischer Therapie, die durch den Einsatz von Schmerzmitteln vom Patienten besser toleriert wird. Wenn das alles nicht mehr hilft, bietet die Orthopädie eine ganze Reihe operativer Möglichkeiten. Am Beginn stehe die Gelenkspiegelung, die sogenannte Arthroskopie, die ein genaues Bild über die Gelenkschädigung vermittelt und dem Patienten für einen gewissen Zeitraum Linderung verschaffen kann. Wenn auch diese Möglichkeiten ausgereizt sind, läuft alles auf eine Gelenkoperation zu. Der künstliche Gelenkersatz wird heute sowohl an der Hüfte als auch an den Kniegelenken äußerst häufig und sehr erfolgreich angewandt. Das Kreiskrankenhaus Burg implantiert zum Beispiel im Jahr etwa 100 künstliche Hüftgelenke. Darüber hinaus werden hier etwa 350 Gelenkspiegelungen, vornehmlich an den Kniegelenken, durchgeführt. Eine wachsende Zahl von Eingriffen dient darüber hinaus der Wiederaufrichtung von geschädigten Wirbelkörpern sowie der operativen Behandlung von Bandscheibenvorfällen und anderen degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule.
Dr. Müller gelang es, seinen Zuhörerinnen und Zuhörern die äußerst komplexe Thematik sehr anschaulich und verständlich nahe zu bringen. Seine Ausführungen ermunterten zu zahlreichen Fragen, die er im Anschluss an seinen Vortrag ausführlich beantwortete.