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Symposium zur optimalen Versorgung von akuten Schlaganfällen

Pressemitteilung Nr. 7 vom 26.01.2012

Symposium zur optimalen Versorgung von akuten Schlaganfällen

Schlaganfall ist ein relativ häufiges Krankheitsbild. Iin unserem Landkreis Jerichower Land erkranken jährlich etwa 200 Menschen an einem akuten Schlaganfall. Die Symptomatik des Schlaganfalls ist relativ vielfältig und die Diagnose deshalb nicht immer einfach. Die häufigsten Symptome eines Schlaganfalls sind eine halbseitige Schwäche des Gesichtes, des Armes und des Beines, Verwirrung, Probleme beim Sprechen oder Verstehen, plötzlich auftretende Sehstörungen und Schwierigkeiten beim Gehen, oft auch Schwindel, Gleichgewichtsstörung, Koordinationsstörung, aber auch schwerer Kopfschmerz ohne erkennbaren Grund.  Das Zeitfenster für die effektive Behandlung eines akuten Schlaganfalls beträgt nur wenige Stunden. Entsprechend wichtig ist die optimale medizinische Versorgung der Schlaganfallpatienten. Diese beginnt bereits während des Transports mit dem Rettungsdienst. Jeder Schlaganfall ist ein Notfall und muß auch als solcher behandelt und angesehen werden. Wird zuerst mit dem Hausarzt Kontakt aufgenommen, so verdoppelt sich faktisch die Zeit vom Symptombeginn bis zur Ankunft in das Krankenhaus. Es wird daher international allgemein empfohlen, bei Schlaganfallverdacht nicht den Hausarzt, sondern den Notarzt anzurufen und so den schnellstmöglichen Transport in das Krankenhaus zu gewährleisten. Die Rettungssanitäter müssen dabei unverzüglich entscheiden, welches Krankenhaus angefahren wird. Es sollte möglichst nahe gelegen sein, sich mit der Behandlung von Schlaganfallpatienten auskennen und über eine spezialisierte „Stroke Unit“ verfügen. In der Klinik für Innere Medizin des Burger Krankenhauses besteht seit einiger Zeit die Möglichkeit eines telemedizinischen Konzils mit der „Stroke Unit“ am Universitätsklinikum Magdeburg. Für alle Schlaganfallpatienten aus Burg und Umgebung ist damit das Burger Krankenhaus nicht nur am nächsten gelegen, sondern auch optimal für eine Notfallversorgung geeignet. Um diese wichtige Neuerung breiter bekannt zu machen, hatte die Klinik für Innere Medizin des Burger Krankenhauses für den Abend des 25. Januar 2012 Ärzte, Pflegekräfte und Mitarbeiter von Rettungsdiensten aus der Region zu einem Fachsymposium über die Versorgung von akuten Schlaganfällen eingeladen. Chefarzt Prof. Dr. med. habil. Paul Janowitz erläuterte zunächst die wesentlichen statistischen und medizinischen Fakten der Schlaganfallbehandlung. Alles hänge von einer zeitgerechten Entscheidung über die Einleitung der richtigen Therapie, zum Beispiel einer Lyse-Therapie, ab. Diese Entscheidung ist nicht ohne den Einsatz der modernen bildgebenden Verfahren zu treffen. Wie sich mittels der Computertomographie (CT) oder der Magnetresonanztomographie (MRT)  ein akuter Schlaganfall effektiv diagnostizieren lässt, dazu sprach die Chefärztin der Radiologischen Abteilung des Burger Krankenhauses Angela Standke. Das Krankenhaus verfügt sowohl über CT als auch MRT und ist insofern in der radiologischen Diagnostik sehr gut aufgestellt. Um die radiologischen Befunde eines Schlaganfalls jedoch abschließend zu bewerten, bedarf es zwingend des fachärztlichen Urteils eines Neurologen. Der neurologische Befund bildet im Grunde den Schlussstein der Diagnostik eines akuten Schlaganfalls. Durch die telemedizinische Anbindung des Burger Krankenhauses an die „Stroke Unit“ des Universitätsklinikums Magdeburg ist eine sofortige neurologische Bewertung der vor Ort in Burg erhobenen diagnostischen Befunde jetzt durchgängig, und zwar rund um die Uhr, möglich. Dr. Katrin Haupt, Fachärztin für Neurologie am Burger Krankenhaus, erläuterte in ihrem Vortrag, warum diese telemedizinische Anbindung an die Magdeburger „Stroke Unit“ so elementar wichtig ist und in welchem Maße die  Patienten mit akutem Schlaganfall davon profitieren können.
Die mehr als 100 Teilnehmer des Symposiums nahmen die Vorträge der Referenten mit großem Interesse auf. In der anschließenden lebhaften Diskussion konnte eine Vielzahl von konkreten Fragen geklärt werden.

Durch die telemedizinischen Anbindung des Burger Krankenhauses an die Magdeburger „Stroke Unit“ ist das Zeitfenster für die optimale Behandlung von Schlaganfallpatienten aus der Region zwar nicht größer geworden, konnte aber ein beträchtliches Stück weiter geöffnet werden.
Im Vergleich zu den historischen Daten ist die Prognose eines Schlaganfalles inzwischen deutlich besser geworden. Etwa 35 bis 45 % der Patienten, die einen Schlaganfall erleiden, können heute vollständig wieder hergestellt werden. Etwa 15 bis 20 % tragen nur minimale, fast nicht mehr bemerkbare Einschränkungen davon. 10 bis 15 % müssen mit sehr starken Beeinträchtigungen bis hin zu einer halbseitigen Lähmung leben. Immer noch sterben bedauerlicherweise etwa 8 bis 20 % der Patienten in Folge eines Schlaganfalles.